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DU TEMPS & DE L’INSTANT
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Infos

Referència: AVSA9841

  • Jordi Savall
  • Montserrat Figueras
  • Arianna Savall
  • Ferran Savall
  • Pedro Estevan
Zusätzliche Informationen
Intérprets

Montserrat Figueras, chant, Jordi Savall, vièle & violes de gambe, Arianna Savall, chant, harpes gothique & double , Ferran Savall, chant & théorbe, Pedro Estevan, percussions

Llista de temes

Quantas sabedes amare (Vous qui aimez un ami), Cantiga de amigo V
(Martin Codax, XIIe s.)
Nastaran (Naghma instrumental)
(Anonyme, Afghanistan)
Noumi, noumi yaldatii
(Berceuse Hebraïque, Israël)
Variations sur “O Soñjal” (Instrumental)
(Gwerz Breton / Jordi Savall)
La Cançó del Lladre (Le chant du voleur)
(Traditionnel catalan / Ferran Savall)
Romanesca & Passamezzo (Instrumental)
(Diego Ortiz, 1510-1570)
La Salve (Salve Regina)
(Arianna Savall)
Paxarico tu te llamas (Instrumental)
(Anonyme Sefardi, Sarajevo)
Apo xeno meros (D’un lieu étranger)
(Traditionnel grec)
Ghazali tal jàhri (Instrumental)
(Maroc)
La Hermosa durmiente (La belle dormante)
(Berceuse Sefardi, Rhodes)
Tarantela d’après Lucas Ruiz de Ribayaz (v. 1650)
Jaroslaw (Improvisations)
(Ferran Savall & Jordi Savall)
Canarios (Improvisation instrumentale)
(Jordi Savall)
Fantasiant (Improvisations)
(Arianna Savall & Ferran Savall)
Muzettes I-II (IV. 28. 29)
(Marin Marais, 1656-1728)
El Cant dels Aucells (Le chant des oiseaux)
(Traditionnel catalan / Jordi Savall)
Diferencias sobre la Guaracha (Instrumental)
(Mexique, XVIIe s.)
Sentirete una canzonetta (Ecoutez une chansonnette)
(Tarquinio Merula, 1594-1665)

Montserrat Figueras, voix
Jordi Savall, vièle & violes de gambe
Arianna Savall, voix, harpes gothique & double
Ferran Savall, chant & théorbe
Pedro Estevan, percussions

Inforació

the 30th and 31st October 2004, from 14 to 16 Janyary 2005 and the 6th February 2005 en la Colegiata del Castillo de Cardona (Catalunya)

Categoria

Catàleg complet

Beschreibung

„Du temps & de l’instant“ (Aus der Vergangenheit und der Gegenwart) stellt eine ganz persönliche Auswahl jener Melodien dar, die durch ihre Zartheit und Schönheit, aber auch durch ihre Aussagekraft und Harmonie bestechen.
Die Musik „aus der Vergangenheit“, hier vertreten von Weisen aus anderen Zeiten, ist die lebende Erinnerung an eine teils sehr entfernte, zugleich aber sehr nahe Vergangenheit, da sie zu unserem geschichtlichen und persönlichen Gedankengut gehört. Dagegen umfasst die Musik „aus der Gegenwart“ all jene einzigartigen und vergänglichen Stücke, die in dem Augenblick zu Tage treten, in dem sich der musikalische Diskurs in Freiheit und Harmonie, stets auf der Suche nach einer neuen Ausdrucksform entfalten kann.
Die Musik ist die Kunst des Gedächtnisses par excellence, da sie nur in dem Augenblick existiert, in dem sie durch von der Menschenstimme oder Musikinstrumenten erzeugte Schallwellen Form nimmt, und gerade durch diese Einschränkung wird sie gleichzeitig zur menschlichsten und spirituellsten aller Kunstrichtungen. Somit ist die Musik eines der umfassendsten Ausdrucks- und Kommunikationsmittel, und das Ausmaß ihrer Bedeutung wird nicht von sprachlichen Entwicklungskriterien – im Sinne der Geschichte und des Fortschritts –, sondern von ihrem Grad an Ausdrucksintensität, innerem Reichtum und Menschlichkeit bestimmt. In dieser Hinsicht wird die historische Bedeutung als Kunstwerk nicht von der notwendigen Entwicklung des Tonmaterials (Melodie, Harmonie, Rhythmus, Klangfarbe, usw.), sondern vom Ausdruckswillen jener vorgegeben, die sich dessen bedienen (Komponisten und Instrumentalisten).

Das Programm „Du temps & de l’instant“ ist als interkultureller Dialog gedacht, der versucht, echte Brücken zu schlagen oder aufzuzeigen, und zwar
zwischen orientalischer und abendländischer Musik,
zwischen ernster und aus der mündlichen Tradition hervorgegangener volkstümlicher Musik,
zwischen Musik aus früheren Zeiten und der Gegenwart,
zwischen verschiedenen Generationen von Instrumentalisten und
zwischen den Musikern und dem Publikum.

Als Musiker sind wir vor allem Kinder unserer Zeit, genauer genommen das Resultat eines individuellen – also einzigartigen – Gleichgewichts zwischen unserem eigenen Geist und dem uns umgebenden Zeitgeist. Sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts für ein Repertoire zu entscheiden, das bis auf das 11. Jahrhundert zurück greift, erfordert zunächst jenes innere Bedürfnis, das sich auf halbem Weg zwischen der Berufung und der Leidenschaft befindet. Somit führt die Kenntnis der repräsentativsten Werke der Vergangenheit und ihrer Wiederbelebung in unserer Zeit – unter Berücksichtigung der verschiedenen historischen und stilistischen Kontexte, jedoch frei von jeglicher theoretisierender Betrachtungsweise – zur Wiederfindung der eigentlichen Ursprünge unserer eigenen Kultur. Die Erneuerung dieses Raums der Schöpfung, Improvisierung und Experimentierung über den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen und Traditionen bedeutet gleichzeitig die Öffnung unseres Geistes zu all den vertonten Wundern, die an der Entstehung eines der Grundpfeiler der modernen humanistischen Zivilisation maßgeblich beteiligt waren und nach wie vor zu dessen Blüte verhelfen, nämlich der Musik, verstanden als wahrhaftige lebende Geschichte der Menschheit.

JORDI SAVALL
Cardona, im Frühling 2005

Übersetzung: Gilbert Bofill