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  • EUSKEL ANTIQVA Legacy of the land of Basque
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EUSKEL ANTIQVA Legacy of the land of Basque
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Bez-.N: AVSA9910

  • ENRIKE SOLINÍS

Die Bezeichnung Euskal Herria für das Baskenland definiert das Volk durch die von ihm gesprochene Sprache. Wir haben allerdings die Variante „Euskel“ dem konventionellen „Euskal“ vorgezogen, weil allein schon die Tatsache, dass sie in der Handschrift des Juan Pérez de Lazarraga aus dem 16. Jahrhundert so erscheint, uns zu der Überlegung einlädt, wie sich die Wörter im Lauf der Zeit verändern, während die Grundlage, auf die sie sich beziehen, immer dieselbe bleibt, nämlich das Volk, das eine gemeinsame Sprache spricht, die das Gerüst einer eigenen soziokulturellen Welt bildet.

Beschreibung

Die Bezeichnung Euskal Herria für das Baskenland definiert das Volk durch die von ihm gesprochene Sprache. Wir haben allerdings die Variante „Euskel“ dem konventionellen „Euskal“ vorgezogen, weil allein schon die Tatsache, dass sie in der Handschrift des Juan Pérez de Lazarraga aus dem 16. Jahrhundert so erscheint, uns zu der Überlegung einlädt, wie sich die Wörter im Lauf der Zeit verändern, während die Grundlage, auf die sie sich beziehen, immer dieselbe bleibt, nämlich das Volk, das eine gemeinsame Sprache spricht, die das Gerüst einer eigenen soziokulturellen Welt bildet.
Die wie keine andere an Einflüssen reiche baskische Kultur hat uns vor allem ein umfängliches Erbe an Volksmusik überliefert. Es handelt sich um ein ausgesprochen musikalisches Volk und daher scheint die alte Musik eins der geeignetsten Mittel zu sein, das baskische Vermächtnis der Welt zu präsentieren. Diese Welt, voller abwertender Etiketten, ist oft nicht in der Lage gewesen, der großen kulturellen Bedeutung mancher Völker abseits von der alles klassifizierenden globalen Masse gerecht zu werden. Das neue Fenster zur Welt der Kultur, das sich „Alte Musik“ nennt, greift die Musik und Literatur anderer Epochen auf, wobei oft sichtbar wird, wie hohe und populäre Kultur ineinander verflochten waren und dass die sogenannte „Alte Musik“ eine natürliche Tochter der Volksmusik ist. Die Bandbreite und Vielfalt der baskischen Liedersammlung, aber auch künstlerischer Manifestationen auf dem Gebiet der Literatur, des Tanzes der Malerei oder des bertsolarismo (Improvisation in Versen) sowie selbstverständlich der Kunstmusik, stehen in direktem Widerspruch zu der geringen Sichtbarkeit in bestimmten künstlerischen Kreisen, in die sie eigentlich gehören würden. Anders als viele glauben, hat die baskische Kultur immer eine Pionierrolle eingenommen. Im Bereich der Musik, zum Beispiel, leistete sie schon im 14. Jahrhundert ihren Beitrag zur Notation und es finden sich bereits in der Renaissance bedeutende Komponisten wie Antxieta oder Bizkargi. Die Existenz einer facettenreichen eigenen Lyrik euskaldun der Renaissance (Etxepare, Lazarraga, Leizarraga) ist wenig bekannt, darum aber doch nicht weniger real.
Die Verpflichtung, die das Euskal Barrokensemble sich selbst und der baskischen Kultur gegenüber empfindet, gibt den Anstoß zu dem Versuch, Euskel Herria als kosmopolitisch und weltverbunden zu präsentieren. Sprache und Kultur sind ein deutlicher Reflex der Tatsache, dass das in der Mitte des Jakobswegs und damit in einem Zentrum der Kunst lebende Volk sich in vielen Epochen unter anderem aus Muslimen, Juden und Christen zusammensetzte. Das Bild, das wir von unserer Kultur übermitteln möchten, ist das eines Volks mit großen Besonderheiten wie zum Beispiel einer der ältesten und am wenigsten zu klassifizierenden Sprachen, mit Musikinstrumenten, die denen der umliegenden Völker zwar ähneln, sich aber doch auch unterscheiden, und das seine Kultur von Anfang an genauso entwickelt hat wie seine Nachbarn. Die baskische Kunst steht in Verbindung mit den jeweils herrschenden Strömungen Europas, greift ihrer Zeit manchmal vor, schlummert aber viele andere Male in der Abgeschlossenheit des ihr eigenen und natürlichen Ostrazismus. Es ist eine Kultur, die in der Renaissance noch nicht das moderne Christentum verdaut hatte, das frontal mit ihrem modus vivendi und althergebrachten Glaubensinhalten zusammenprallte. Es ist ein Volk mit künstlerischen Manifestationen, die sich zwar hauptsächlich der Tradition der mündlichen Überlieferung verdanken, ohne dass aber die zahlreichen Beweise seiner schriftlichen Kultur, sei es in der Literatur oder der Musik, außer Acht gelassen werden dürfen. In der baskischen Kultur leben bedeutet, sich der wunderbaren baskischen Kunst mit all ihren scharfen Kanten und Krümmungen zu erfreuen und außerdem zu wissen, wie man sich in der Welt bewegt, andere Kulturen genießt und von ihnen lernt, indem man sich mit ihnen vermischt.
Nicht unerwähnt bleiben darf hier die große Leistung aller an diesem Projekt beteiligten Künstler. Ohne ihr Talent und persönlichen Einsatz wäre es nicht zustande gekommen. Wir vom Euskal Barrokensemble sind überwältigt von der Hingabe und Begeisterung, die jeder einzelne Künstler aufgebracht hat. Das Ergebnis ist eine völlig altruistische Kunst, die ganz aufgeht bei der Suche nach unserem Glück.
Eskerrik asko.

Wir danken:
Izaskun, Klarita und allen Freunden von der Einsiedelei San Blas de Tolosa.
Der Omama, dem Großvater und der Großmutter, Kontxi, Irene y Juantxo.
Kristina Martija, Patri Urkizu, Jon Bagües, dem baskischen Musikarchiv Eresbil, dem Instituto Etxepare und der Baskischen Landesregierung.
Und allen, die mit ihrer Hilfe und Unterstützung diese Arbeit möglich gemacht haben.

ENRIKE SOLINÍS & MIREN ZEBERIO
Überzetzung: Claudia Kalász