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  • METAMORPHOSES FIDEI. Les Metamorfosis de la Fe
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METAMORPHOSES FIDEI. Les Metamorfosis de la Fe
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Reference: AV9849

  • Montserrat Firgueras
  • Jordi Savall
  • La Capella Reial de Catalunya
  • Hespèrion XXI

Aller Wandel bleibt, was sich verändert übersteht den Lauf der Zeit. Die Gedanken und Glaubensformen ändern sich im Zuge der Jahrhunderte, um weiter pulsieren und im Bewusstsein der Menschen fortleben zu können. Traditionen, Sprachen, Ausdrucksformen, alles färbt sich, alles wird übertragen, alles ersteht in Neuem auf, behält aber zugleich den Kern des Alten. Der Kontakt zwischen Kulturen fördert diesen Wandel, Veränderung und Ersatz. Die Mythologien erscheinen in einem neuen Bild, indem sie neue Figuren mit den Eigenschaften alter erbringen – die klassischen Sibyllen werden zu Propheten, die wohlwollenden Götter zu Engeln, die Dämone zu verdammten Seelen, die Mütter zu heiligen Jungfrauen. Und so wird ersichtlich, dass das Neue bereits vorher existierte.

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Beschreibung

„Lust wird rege zum Sang, wie sich Formen in andere Körper
Wandelten. Götter, o seid – ihr habt ja auch sie gewandelt“

Ovid, Metamorphosen, I, V. 1-2

Aller Wandel bleibt, was sich verändert übersteht den Lauf der Zeit. Die Gedanken und Glaubensformen ändern sich im Zuge der Jahrhunderte, um weiter pulsieren und im Bewusstsein der Menschen fortleben zu können. Traditionen, Sprachen, Ausdrucksformen, alles färbt sich, alles wird übertragen, alles ersteht in Neuem auf, behält aber zugleich den Kern des Alten. Der Kontakt zwischen Kulturen fördert diesen Wandel, Veränderung und Ersatz. Die Mythologien erscheinen in einem neuen Bild, indem sie neue Figuren mit den Eigenschaften alter erbringen – die klassischen Sibyllen werden zu Propheten, die wohlwollenden Götter zu Engeln, die Dämone zu verdammten Seelen, die Mütter zu heiligen Jungfrauen. Und so wird ersichtlich, dass das Neue bereits vorher existierte.
Das Programm der vorliegenden Metamorphoses Fidei bringt die Mischung verschiedener Musikformen und Kulturen durch deren Präsenz, Kontakt und Zusammenleben im alten Hesperien seit dem Mittelalter zum Ausdruck, was durch die Entdeckung und Eroberung der Neuen Welt ab dem 15. Jahrhundert verstärkt wurde. Die musikalische Mischung erfolgt ausgehend von einer grundsätzlichen Auffassung von Respekt, Toleranz und Akzeptanz, vor allem aber auch der Übernahme des rassischen wie kulturellen Andersseins. Obwohl nicht vergessen werden soll, dass diese Begegnung zwischen Kulturen auch in grausame Gewalt und grobe Ungerechtigkeiten ausartete, so bestätigen die Schönheit, Hochwertigkeit und Originalität der musikalischen Zeugen die großartige Fähigkeit der Musiker aus jenen fernen Zeiten, aus der Musik einen wundersamen Boten zwischen weit entfernten Völkern und Religionen zu machen und eine ausdrucksstarke Botschaft des Zusammenlebens und der Menschlichkeit zu übermitteln.
Die in diesen Metamorphoses Fidei enthaltenen Negrillas, Guarachas, Villancicos, ja selbst das Sibyllenlied beweisen, dass die dem Menschen innewohnende Spiritualität trotz der Aufzwingung anderer Symbole oder Namensordnungen fortdauert. Das Lebenserhaltende, das Liebe bringende, das Tröstende lebt fort – die Musik behält ihre Stärke und Erinnerungskraft bei und lässt uns eine (Neue) Welt in Eintracht, Gerechtigkeit und Menschlichkeit erträumen und herbeiwünschen.

JORDI SAVALL
Bellaterra, 2006