Jordi Savall

Igualada, 1941

Biografie

Jordi Savall ist eine Ausnahmeerscheinung im aktuellen Musikgeschehen. Musiker, Forscher, Pädagoge, Interpret und Orchesterdirigent. Jordi Savall beschäftigt sich schon seit über vierzig Jahren mit Leidenschaft mit einem musikalischen und künstlerischen Repertoire, das die Zeit zwischen dem 9. bis zum 19. Jh. umfasst. In seiner weltweit anerkannten Arbeit, der er immer mit lebendiger Emotion und einer unglaublichen schöpferischen Vitalität nachgeht, versucht er stets, der historischen Musik treu zu sein. Und er verschuf diesem so spezifischen wie universellen Repertoire der Alten Musik Europas, des Mittelmeers und der ganzen Welt wieder einen neuen Wert.

Wie viele andere Musiker begann Savall seine Musikausbildung im Alter von sechs Jahren als Mitglied des Knabenchores seiner Geburtsstadt Igualada (Barcelona). Er studierte Cello am Konservatorium von Barcelona und beendete sein Studium 1964. Ab 1965 lernte er im Eigenstudium Viola da gamba neben seinen Studien zur Alten Musik. 1968 begann er mit einer Spezialausbildung an der Schola Contorum Basiliensis in Basel, an der er 1973 seinem eigenen Lehrer August Wenzinger nachfolgte und dort noch immer Kurse und Meisterklassen abhält. Zusammen mit Montserrat Figueras gründete Savall die Ensembles Hespèrion XX (1974), La Capella Reial de Catalunya (1987) und Le Concert des Nations (1989), mit denen er heute einem weltweiten Millionenpublikum als führender Vertreter zu unrecht vergessener musikalischer Schätze gilt.

So erhielt er für seine wichtige Rolle in Alain Comeau’s Film „Tous les Matins du Monde“ (deutscher Titel: Die Siebente Saite) einen „César“ für den besten Soundtrack. Neben 140 Konzerten und sechs Aufnahme-Projekten jährlich zeigt er mit seinem eigenen Label „Alia Vox“, dass Alte Musik nicht notwendigerweise ein elitäres Minderheitenprogramm sein muss und auch ein immer größeres and junges Publikum anzusprechen vermag.

Innerhalb seines Opernrepertoires muss seine Beteiligung an der Entdeckung von zwei Werken von Vicent Martín i Soler genannt werden: Una cosa rara (1991 aufgeführt), und Il burbero di buon cuore (1995 und 2012 aufgeführt). 1993 spielte er zum ersten Mal im Gran Teatre del Liceu L’Orfeo von Claudio Monteverdi, (2002 direkt von BBC-Opus Arte aufgenommen und in DVD herausgegeben). Ebenso hat er Farnace von Vivaldi im Teatro de la Zarzuela in Madrid (2001), in Bordeaux (2003), Wien (2005) und Paris (2007) dirigiert und als CD in seinem Label AliaVox herausgegeben. Des Weiteren dirigierte er Orfeo ed Euridice von Johann Joseph Fux, das auf dem Festival Styriarte in Graz 2010 aufgeführt wurde, und Il Teuzzone von Vivaldi, im Jahr 2011 in semi-konzertanter Fassung in der Oper l’Òpera Royal von Versailles aufgeführt.

In den über 40 Jahren, in denen er sich der Erhaltung des musikalischen Nachlasses gewidmet hat, wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet:

Im Jahr 1988 wurde er vom französischen Kultusministerium zum Officier de l’Ordre des Arts et Lettres ernannt.
1990 erhielt er von der Landesregierung von Katalonien (Generalitat de Catalunya) das Kreuz des heiligen Georg (Creu de Sant Jordi).
1992 wurde er von Le Monde de la Musique zum „Musiker des Jahres“ ernannt.
1993 wurde er auf den 8èmes Victoires de la Musique zum Solisten des Jahres (Soliste de l’Année) ernannt.
1998 verlieh ihm das spanische Kultur- und Bildungsministerium eine Goldmedaille in Schönen Künsten.
1999 wurde er zum Ehrenmitglied der Wiener Konzerthausgesellschaft ernannt.
Ebenso erhielt er den Ehrenpreis (Premi d’Honor) der Stiftung Jaume I von Valencia.
Von der Katholischen Universität von Löwen in Belgien wurde er zum Doctor Honoris Causa ernannt.
Im Jahr 2002 erhielt er für seine berufliche Laufbahn den Preis „Victoire de la Musique“
Im Juni 2003 erhielt er vom Parlament den Katalonien Goldmedaille (Medalla d’Honor del Parlament de Catalunya en la categoria d’Or).
Auch die Universität von Barcelona ernannte ihn 2006 zum Doctor Honoris Causa.
Im Jahr 2007 ernannte auch die Universität von Évora in Portugal ihn zum Doctor Honoris Causa.
Im Jahr 2008 wurde Jordi Savall zusammen mit Montserrat Figueras zum von der UNESCO zum „Botschafter der Europäischen Union für den interkulturellen Dialog2 und „Künstler für den Frieden“ ernannt.
Im Jahr 2009 wurde erneut von der Europäischen Union zum „Botschafter für Kreativität und Innovation“ ernannt.
2009 erhielt er auch den Händel-Preis der Stadt Halle in Deutschland.
Im Juli 2009 erhielt er den Nationalen Musikpreis, der vom nationalen Kunst- und Kulturrat von Katalonien (Consell Nacional de la Cultura i de les Arts de Catalunya) verliehen wird. Damit wurde seine berufliche Laufbahn und das Album und Buch Jerusalem, la Ciutat de les dues paus, ausgezeichnet.
Das Centre Méditerranéen de Littérature verlieh ihm zusammen mit seiner Lebensgefährtin Montserrat Figueras 2009 den Prix Méditerranée.
2009 erhielt er zusammen mit Montserrat Figueras den Premi Internacional Unescocat.
2010 erhielt er den Praetorius Musikpreis Niedersachsen 2010 in der Kategorie „Internationaler Friedensmusikpreis“, verliehen vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Für seine CD The Celtic Viol wurde er 2010 von der Real Academia de las Artes y las Ciencias-Premios de la Música zum besten Interpreten klassischer Musik (Millor Intèrpret de Música Clàssica) (14. Preisverleihung) ernannt.
Für seine CD The Celtic Viol II wurde er 2011 von der Real Academia de las Artes y las Ciencias-Premios de la Música zum besten Interpreten klassischer Musik (Millor Intèrpret de Música Clàssica) (15. Preisverleihung) ernannt.
Das französische Kultusministerium ernannte ihn 2012 zum „Commandeur des Arts et des Lettres“ und „Chevalier“ der Ehrenlegion.
2012 erhielt er den dänischen Preis Léonie Sonning Music.
York Early Music Festival Lifetime Achievement Award 2012
Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Basel (2013).
Preis Atlàntida 2013 des katalanischen Verlegerverbands (2013).
Goldene Medaille der katalanischen Landesregierung (2014).
Jordi Savall hat von der Stiftung Calouste Gulbenkian in Lissabon den Helena Vaz da Silva Preis 2015 erhalten, eine Auszeichnung für Künstler, die das europäische künstlerische Erbe schützen und verbreiten.
Der Círculo de Bellas Artes de Madrid verlieh ihm, ebenfalls 2015, für seine künstlerische Arbeit die goldene Medaille.
Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Utrecht (2016).

Seine umfassende Diskographie und über hundert Aufnahmen in verschiedenen Plattenlabels wie EMI, ASTREE/AUVIDIS und ALIA VOX wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, von denen wir nur einige nennen möchten:

Grand Prix de l’Académie du Disque Français (1988 – 1989)
Grand Prix de l’Académie Charles Cros (1989 und 1993)
Prix de l’Académie du Disque Lyrique (1990)
Grand Prix de la Nouvelle Académie du Disque (1992)
„César“ für den besten Soundtrack für den Film Die siebente Saite (Tous les Matins du monde) (1992)
Preis Fondazione Giorgio Cini in Venedig (1995)
2003 erhielt er den Preis der deutschen Schallplattenkritik
Mehrere Midem Classical Awards (1999, 2000, 2003, 2004, 2005, 2006 2008 und 2010). 2006 wurde das Album Don Quijote de la Mancha: Romances y Músicas in der Kategorie „Alte Musik“ ausgezeichnet, und auch zum „Album des Jahres 2006“ gewählt. Das gleiche Album war eines der fünf, die für die Grammy Awards 2006 in Los Angeles (USA) auf der Kandidatenliste standen.
Im Jahr 2008 wurde das Album Christophorus Columbus – Paraísos perdidos in den Midem Classical Awards mit dem Preis für Alte Musik ausgezeichnet.
Das Album und Buch Jérusalem. La Ville des deux Paix: La Paix céleste et la Paix terrestre wurde 2009 mit dem Preis Orphée d’Or de l’Académie du disque lyrique und 2008 dem Preis Caecilia der belgischen Presse als bestes Album des Jahres ausgezeichnet. Ebenso wurde es 2010 in den Midem Classical Award prämiert.
Grammy Award 2011 in der Kategorie Best Small Ensemble Performance für das Album und Buch Dinastia Borgia (2011)
Die CD Ph. Rameau: L’Orchestre de Louis XV (Alia Vox 2011) gewann den International Classical Music Award 2012 in der Kategorie „Baroque Instrumental“.
Das CD-Buch Erasmus van Rotterdam: In Praise of Folly gewann den International Classical Music Award 2014 in der Kategorie „Early Music“.
Das CD-Buch Bal-Kan. Honey and Blood, Cycles of Life gewann den International Classical Music Award 2015 in der Kategorie „Early Music“.
Das CD-Buch Guerre et Paix 1614-1715 gewann den International Classical Music Award 2016 in der Kategorie „Best Collection“.

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